Wie du deinem Junghund das Anspringen abtrainieren kannst

Eine der wohl unangenehmsten und bei jungen Hunden beliebtesten Handlungen ist das Anspringen. Vor allem in Begrüßungssituationen kommt es häufig vor, dass junge Hunde ihre Kontrolle verlieren und den Menschen wild um den Hals fallen. Prinzipiell ist es von den meisten Hunden sehr nett gemeint und ein Ausdruck ihrer unbändigen Freude. Nichts desto trotz ist es wichtig, dass junge Hunde lernen sich auch in diesen Situationen im Griff zu haben.

Weshalb dein Hund Menschen anspringt

Es gibt mehrere Möglichkeiten, weshalb dein Hund dieses Verhalten zeigt. Es kann Freude sein, Frust, Distanzaufbau, Begrüßung oder einfach Stressabbau sein. In jedem Fall steht fest, dass dein Hund sich mit steigender Aufregung mehr in dieses Verhalten bringen lässt. Du kannst dieses Verhalten zwar in dem Moment in dem es auftaucht unterdrücken. Jedoch wäre dies lediglich Training am Symptom und bei ausreichender Aufregung wird dein Hund wieder springen. Denn die Aufregung im Hintergrund ist geblieben.

Das Ziel sollte also darin bestehen, deinem Hund mehr Ruhe und Selbstkontrolle beizubringen. Zusätzlich zeigen wir ihm, wie er sich besser verhalten kann. Um effektiv zu trainieren, solltest du 3 Punkte beachten.

1. Verhindere unerwünschtes Verhalten

Damit dein Hund das unerwünschte Verhalten nicht weiter einstudieren kann, solltest du es verhindern. Halte ausreichend Abstand zu Passanten, warne Freunde und Verwandte vor. Bitte sie sich langsam anzunähern und Rücksicht auf euer Training zu nehmen. Sie werden mit sauberer Kleidung dafür entlohnt.

Leine deinen Hund in schwierigen Situationen am besten immer an. So kannst du ihn rechtzeitig stoppen ohne unangenehm werden zu müssen. In Trainingssituationen gehst du geplant und vorbereitet rein. Dann kann nichts mehr schief gehen.


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2. Schaffe eine gute trainingsatmosphäre

Es ist wenig sinnvoll, sich mit einem aufgeregten jungen Hund auf einen Kinderspielplatz zu stellen und Ruhe zu üben. Schaffe dir Trainingssituationen die dein Hund mit dir bewältigen kann. Der Kinderspielplatz kann eine solche Trainingssituation sein, mit ausreichend Abstand. Der Abstand zum auslösenden Reiz ist essentiell für ein effektives Training. Nutze so viel Abstand, dass dein hund noch mitdenken kann und so wenig, dass der Reiz ihn schon etwas lockt.

Macht dein Hund in einer Situation viele Fehler und versucht häufig zu springen, nimmt das Futter nicht oder ähnliches, vergrößere den Abstand. Scheint dein Hund sich nicht für den ankommenden Menschen zu interessieren kannst du den Abstand verkleinern.

3. Verstärke das gewünschte Verhalten

Bevor dein Hund hochspringt zeigt er noch eine ganze Reihe anderer Verhaltensweisen. Als erstes sieht er den Menschen. Seine Pfoten sind dabei noch alle am Boden. Vielleicht schaut er sogar nochmals zu dir. Und dann holt er Schwung. All das sind Dinge, die du verstärken kannst. Das Schwung holen solltest du nicht zu oft einfangen, aber wenn es mal passiert wird es dein Training nicht blockieren.

In dem Moment in dem dein Hund den Menschen sieht beginnt du sofort zu loben oder gibst dein Markersignal. Dann bekommt dein Hund ein Leckerli. Das Leckerli gibst du möglichst so, dass dein Hund kurz weggucken muss. Am besten schaut er dabei in deine Richtung und das Leckerli liegt auf dem Boden. Sobald dein Hund wieder zu dem Menschen schaut beginnst du von vorn. Loben/ Marker und in deine Richtung belohnen. Sei hier wirklich schnell und warte nicht darauf, dass dein Hund schlechtes Verhalten zeigt.

Dein Trainingspartner kommt möglichst nur sehr langsam auf dich zu. Im ersten Schritt schaut er den Hund nicht an und spricht auch nicht mit euch. In schwierigen Fällen läuft er sogar seitlich zu euch, statt auf euch zu. Wird dein Hund nervös bleibt dein Trainingspartner kurz stehen bis sich dein Hund wieder beruhigt hat. Du belohnst weiter jeden Blick zum Menschen mit allen 4 Pfoten am Boden.

Im nächsten Schritt kann dein Trainingspartner deinen Hund anschauen. Wenn das klappt beginnt er zu reden, mit dem Hund oder mit dir.

Besonders die letzten 2 Meter sind die schwierigen. Wenn du das Gefühl hast noch kann dein Hund trainieren, aber bei dem nächsten Zentimeter mehr Nähe ist Schluss gibst du ihm nicht nur ein Leckerli auf den Boden, sondern eine Futtersuche. Die Futtersuche kannst du am besten hinter dich streuen, so steht dein Hund nicht mehr zwischen dir und der anderen Person. Dein Trainingspartner kann nun zu dir kommen und mit dir sprechen. Du belohnst weiter für angucken und Pfoten am Boden lassen.

Als Trainingspartner kannst du dir gezielt eine Person suchen, oder du nimmst Menschen aus deinem Alltag. Deine Familie, wenn sie nach Hause kommt. Freunde die euch besuchen oder Passanten auf der Straße. Bei völlig fremden Menschen solltest du unbedingt auf ausreichend Abstand achten. 

Kann ich vorbeugen?

Sollte dein Hund als Welpe alle Menschen anspringen dürfen, da er so klein und niedlich ist, machst du es dir in der Junghundezeit nicht leichter. Am besten achtest du von Beginn an darauf das gute Verhalten -gucken und stehen- zu verstärken. Dann beugst du unangenehmen Verhalten vor. Das ist zwar keine Garantie dafür, dass dein Hund nie Menschen anspringen wird, aber schaden kann es in keinem Fall.

Sollte dein Hund wahnsinnig gern anspringen wenn er sich freut kannst du dieses Verhalten auch unter Signal stellen. Pablo, der Beagle von Tina, macht das sehr gern. Er hat ein Signal gelernt bei dem er anspringen darf und durchgekrault wird. Zusätzlich wurde das nicht anspringen verstärkt. Heute springt er niemanden mehr ungebeten an, nur auf Signal. Dank des Signals kann jeder für sich entscheiden, ob es gerade ok ist wenn der kleine Fratz anspringen möchte.

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