WARUM DEIN JUNGHUND DICH KONTROLLIERT

Mal ehrlich: Wenn du an das Wort „Kontrolle“ in Verbindung mit Hunden denkst, welche Gefühle weckt das in dir?

Tauchen da Gedanken auf wie „Der Hund will mich kontrollieren“ oder „Der muss lernen, dass ich alles für ihn regle“?

Wir finden, das Wort „Kontrolle“ gehört aus der Negativ-Ecke herausgeholt.

Was bedeutet Kontrolle

Kontrolle bedeutet grob gesagt bestimmen können, was mit einem passiert und seine Umwelt entsprechend beeinflussen. Wir handeln so, dass die Konsequenzen unseres Handelns uns möglichst gut gefallen. 

Das ist Kontrolle. Kontrolle darüber, wie man sein Leben gestaltet. Das ist wichtig, denn wenn wir uns nichts mehr aussuchen können sondern einfach irgendetwas passiert fühlen wir uns schnell einfach hilflos.


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Oder freust du dich, wenn dir jede Entscheidung abgenommen wird und es jemanden gibt, der alles bestimmt was dich betrifft? Wie fühlt sich das an? Jetzt wirst du wahrscheinlich denken: "So ist das vielleicht bei uns Menschen, aber ich will doch meinen Hund nicht vermenschlichen.“ Hunde haben ebenso wie wir Menschen ein Säugetiergehirn. Sie haben Emotionen und Bedürfnisse. Hunde sind im Prinzip ihr ganzes Leben lang damit beschäftigt ihr Überleben zu sichern, Ressourcen zu finden und diese zu behalten. 

Sie wollen sich gut und sicher fühlen. Eigentlich völlig verständlich, oder? Dazu ein Beispiel dass du vielleicht kennst:

Situation beim Tierarzt: Dein Hund muss behandelt werden. Da die Behandlung - vielleicht eine Spritze - aber unangenehm ist will dein Hund natürlich lieber weg und bekommt Angst. Dann wird er festgehalten weil er ja die Spritze bekommen muss. Er lernt also, egal was ich tue, ich komme hier nicht mehr weg und es passiert ob​endrein noch etwas Unangenehmes. 

Und schwupps, wird dein Hund beim nächsten Tierarztbesuch schon von Weitem lieber wieder abhauen und zieht in die entgegengesetzte Richtung sobald er die Praxis sieht. Und warum? Weil er hier überhaupt keine Möglichkeit hat, mit seinem Handeln etwas zu erreichen um seine Situation zu verbessern. (Es sei denn er beißt so stark um sich dass eine Behandlung nicht möglich ist)


Wir können unseren Hunden leider nicht sagen, dass sie sich keine Sorgen machen müssen weil wir ihnen jeden Tag genug zu essen geben. Ob sich ein Hund bedroht fühlt oder nicht haben wir im ersten Moment auch nicht unter Kontrolle (haha). Wir können ihnen auch nicht sagen: „Ich regle das für dich!“ Hunde möchten ihre Angelegenheiten natürlich gerne selbst „regeln". Denn nur wer die Kontrolle über seine Umwelt hat kann sich auch sicher fühlen. Deshalb sind wir keine Freunde davon Hunde ständig abzulenken.

Hunde sollten lernen dürfen, sich mit bestimmten Dingen auseinander zu setzen und diese wahr zu nehmen. Kontrolle ist also nichts per se Schlechtes. 

Bindung und Kontrollverlust

Bindung zwischen Hund und Mensch entsteht dadurch, dass der Hund sich sicher fühlt, Nahrung ausreichend vorhanden ist und der Hund sich in Anwesenheit des Menschen wohl fühlt. Mit wachsender Bindung wird der Mensch zu einer Art "mobilen Wohlfühlzone" für den Hund. Bindung hat deshalb „leider“ auch eine andere Seite: Wenn der Mensch weg geht, kann es passieren, dass der Hund nicht mehr weiß, wie er sich gut und sicher fühlen soll. Er hat den Menschen als sicheren Hafen nicht mehr und er hat keine Möglichkeit, dem Menschen zu folgen. Viele Hunde bekommen dann Trennungsstress und können nicht gut alleine bleiben. 

Es gibt also keine starke Bindung ohne den Nachteil, dass viele Hunde sich dann nicht mehr wohl fühlen wenn der Mensch nicht in der Nähe ist.

Solche Hunde folgen ihrem Menschen häufig auf Schritt und Tritt aus Sorge, sie könnten den Kontakt zum Menschen verlieren. Vielleicht hast du schon von solchen Hunden gehört und bestimmt fiel dabei auch das Wort „Kontrolleur“. 

Folgen diese Hunde aus Spaß an der Sache? Was wollen sie denn kontrollieren? Was ich anhabe? Ob ich mir nach der Toilette die Hände wasche? Eher nicht oder? Sie haben Angst, den wichtigen Kontakt zum Menschen zu verlieren weil sie nicht gelernt haben, sich auch ohne den Menschen wohl zu fühlen. Bindung hat also zwei Seiten. Es gibt nicht eine starke Bindung zum Menschen ohne die Besonderheit, dass der Hund auch lernen sollte, sich ohne Mensch gut zu fühlen. 

Kontrollverlust fühlt sich immer schlecht an und belastet Hunde. Wusstet du, dass es sich für Hunde anfühlen kann wie Liebeskummer wenn ihre Bezugsperson nicht da ist? Trennungsstress soll hier nur ein Beispiel sein, wo Bindung und Kontrolle (über das Wohlbefinden des Hundes)  eine Rolle spielen.

Kontrolle macht stark und gibt Vertrauen

Es ist überhaupt kein Problem, wenn Hunde entscheiden können, wenn sie die Wahl haben. Es ist unsere Aufgabe, ihnen besonders dann die Wahl zu lassen, wenn wir mit den Entscheidungen gut leben können. Wir können die Wahlmöglichkeiten so gestalten, dass sie ungefährlich für den Hund und andere Lebewesen sind.

Wenn Hunde Möglichkeiten bekommen, ihre Situation positiv zu verändern stärkt das auch das Selbstbewusstsein des Hundes. Viele gute Lernerfahrungen helfen den Hunden eine gute Bindung zu uns Menschen aufzubauen. Sie lernen, dass mit uns gute Dinge passieren und sie keine Angst haben brauchen weil wir als Bindungspartner verlässlich reagieren und vor allem weil von uns nichts Unangenehmes ausgeht.  

Unser Ziel ist es deshalb, den Hunden beizubringen die richtigen Entscheidungen zu treffen und ein gutes Gleichgewicht aus Bindung und Selbstbestimmung herzustellen.

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