RÜCKRUF – VON ANFANG AN SUPER AUFGEBAUT

Wir sind uns einig: Der Rückruf ist eines der wichtigsten Signale, die ein junger Hund können sollte. Er sorgt für Sicherheit im Freilauf und für ein eine Menge Spaß. "Wie jetzt....Spaß?" 

Ja, Spaß! Denn Rückruf-Training kann richtig viel Spaß machen. Und gerade das sorgt für richtig tolle Erfolge beim Rückruf.
Wir wollen dir heute verraten, wie wir mit jungen wie älteren Hunden (Hunde können im jedem Alter lernen) einen super stabilen Rückruf aufbauen.

Die Basis

Hast du schon die Erfahrung gemacht, dass dein Hund sein Leckerchen nach dem Rückruf nicht immer so toll findet? Oder kennst du es, wenn dein Hund zwar Leberwurst super klasse findet, ihn deine Leberwurst aber überhaupt nicht interessiert wenn er gerade einen Hasen sieht?

Das sind typische Situationen die vorkommen, wenn das Bedürfnis des Hundes eben nicht gerade Futter ist. Und genau deshalb trainieren wir den Rückruf etwas anders. Bei uns wirst du kein "Super-Leckerchen" finden, welches es immer nach dem Rückruf gibt. Wir raten dir auch nicht dazu, immer mit der Leberwurst oder gar dem Ball zu belohnen. 

Wir haben festgestellt, dass die Basis eines wirklich tollen Rückruftrainings darauf beruht, dass wir die Bedürfnisse unserer Hunde möglichst genau kennen. Denn, sind wir mal ehrlich: Wenn dein Hund gerade einen Hasen sieht, was wird er dann wohl gerne tun wollen? Richtig! Jagen gehen. Fressen ist hier absolut nicht sein oberstes Bedürfnis. Das kommt schließlich - wenn überhaupt - erst am Ende der Beutefangsequenz. 
Hier wirst du mit der Leberwurst also keinen bleibenden Eindruck hinterlassen können. 
Und genau da setzen wir an.

Deshalb ist deine erste Aufgabe: 

Erstelle eine Belohnungsliste 


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Wie du die Aufme​​​​rksamkeit deines Hundes zurück gewinnst

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Wir beobachten genau, was unsere Hunde in verschiedenen Situationen gerne mag. Das notieren wir uns und basteln daraus eine Top 10 oder Top 20 Liste der Dinge, die unsere Hunde total gerne machen.

Daraus picken wir uns dann wunderbare Belohnungsmöglichkeiten, von denen wir wissen, das unsere Hunde die Dinge auch wirklich total klasse finden. 

Die Umorientierung

Hast du deine Belohnungsliste erstellt kann es auch sofort losgehen. Alles was du benötigst sind 2-3 tolle Belohnungsmöglichkeiten von der Belohnungsliste deines Hundes und deinen Hund in deiner Nähe. Du kannst das Training übrigens auch zuhause beginnen. Das ist kein Problem. 

Wichtig ist: Dein Hund sieht die Belohnungen nicht! 

Du überlegst dir ein Signal für die Umorientierung. Zum Beispiel: "Hier", "Guck" oder "Zack".

"Hä? Was ist bitte die Umorientierung?"
Ah, ja. Also.... die Umorientierung ist der erste Teil unseres Rückrufs. Denn sie sorgt dafür, dass sich dein Hund sofort von dem abwendet was er gerade tut oder wo er gerade hin schaut. Die Umorientierung wird praktisch zu einem Reflex. Dein Hund hört dein Signal und er kann gar nicht anders als sich zu dir umzudrehen. Klingt zu schön um wahr zu sein? Keineswegs!

Ist dein Hund also gerade bei dir, ist nicht abgelenkt sondern recht aufmerksam sagst du dein neues Signal für die Umorientierung. 
Anschließend beginnst du sofort, deinen Hund mit einer tollen Belohnung von deiner Liste zu belohnen. Dein Hund muss dafür rein gar nichts tun als dazustehen, zu atmen und hübsch auszusehen. 

Falls du dich fragst wie daraus ein Rückruf für deinen Hund werden soll - keine Panik. Das ist der Anfang des besten Rückrufs, den du deinem Hund überhaupt beibringen kannst. Mit diesem Training baust du eine nahezu unauslöschliche Verknüpfung zwischen dem neuen Signal und wirklich starken guten Emotionen bei deinem Hund. 

Wiederhole das 2-3 mal am ersten Tag. Nicht mehr. Qualität ist hier wichtiger als Quantität: Besser ist es, wenn deinem Hund die Augen aus dem Kopf fallen weil er überhaupt gar nicht mit so einer tollen Belohnung gerechnet hat. 

Später gehst du dazu über, die Ablenkung langsam zu steigern. Dein Hund schnüffelt gerade irgendwo, du gibst das Umorientierungssignal und sobald dein Hund sich zu dir umdreht lobst und belohnst du deinen Hund fürstlich mit einer Belohnung von der Belohnungsliste.

Trainiere die Umorientierung auf signal mit wenig ablenkung

Der Nebeneffekt: Dein Hund wird ziemlich schnell schon alleine nach deinem Umorientierungssignal zu dir gerannt kommen weil er gelernt hat, dass dann eine richtig tolle Belohnung auf ihn wartet. 

Nebenbei steigerst du nach und nach die Ablenkung, aus welcher du deinen Hund herausrufen willst. Wichtig ist: Steigere die Ablenkung erst, wenn die Umorientierung bei der aktuellen Ablenkung auf jedenfall zu 90 % sitzt. Kann dein Hund einmal nicht reagieren notiere dir geistig die Situation und prüfe, ob hier die Ablenkung einfach noch zu groß war oder ob dein Hund aus anderen Gründen nicht gut reagieren konnte.

Damit wir aber auch das schnelle zu dir zurück Rennen sicher trainieren gibt es noch einen zweiten Teil: 

Das Ankersignal

Damit dein Hund auf dem Rückweg zu dir allen Verlockungen der Umwelt widerstehen kann helfen wir ihm mit dem Ankersignal. Der Name ist dabei Programm. Du kannst es dir tatsächlich wie einen Anker vorstellen, an dem wir den Hund bildlich gesprochen zu uns hin ankern. 

Das Ankersignal ist ein Dauersignal, dass gegeben wird bis der Hund bei uns angekommen ist. Es erinnert ihn quasi immer daran, was er gerade tun wollte. Das ist besonders bei jungen Hunden wichtig. Denn ihr Gehirn lässt sie manchmal vergessen was sie eigentlich vor einer Sekunde noch tun wollten. 

Deshalb trainierst du das Ankersignal erst einmal völlig losgelöst vom eigentlichen Rückruf. Suche dir Situationen aus, in denen dein Hund ganz schnell auf dich zu gerannt kommt. Lege ein bestimmtes Ankersignal fest. Wenn du mit der Pfeife arbeitest können das wiederholte gleichklingende Pfiffe sein.

Als Wortsignale sind "Schnell - Schnell - Schnell" oder "Hopp - Hopp - Hopp" sehr beliebt. Egal wofür du dich entscheidest, du musst es nur so lange sagen können bis dein Hund bei dir ist. Übrigens kann es nochmal einen zusätzlichen Effekt haben wenn du gegen Ende immer schneller wirst, ähnlich wie beim Topfschlagen. 

Du kannst dir hier auch einen Trainingspartner zur Hilfe nehmen, der mit deinem Hund ein Stück weg geht. Dann animierst du deinen Hund zu dir zu kommen. Sobald er zu dir gerannt kommt gibst du dein Ankersignal - und zwar so lange, bis er bei dir angekommen ist. Und wenn er dann da ist belohnst du ihn mit einer Top-5 Belohnung aus deiner Liste.
Denn das Zurückrennen obwohl rechts und links ganz viele Ablenkungen lauern ist für Hunde eine wirklich schwierige Geschichte. Mit dem Trainingsaufbau sorgst du dafür, dass dein Hund praktisch gar nicht anders kann als ganz schnell zu dir zu rennen wenn du dein Ankersignal gibst. 

Verknüpfe das Ankersignal mit "SChnell auf Dich zu rennen"

Auch beim Ankersignal wirst du die besten Fortschritte erzielen wenn du die Ablenkung langsam steigerst. Gehe auch mal wieder einen Schritt im Training zurück und biete deinem jungen Hund "gratis Verknüpfungen" an. Ein Beispiel dafür ist, wenn er gerade ohnehin auf dich zu gerannt kommt ohne dass du etwas gesagt hast. Dann kannst du einfach dein Ankersignal darüber legen und deinen Hund richtig toll belohnen wenn er bei dir angekommen ist. 

Biegt dein Hund unterwegs einmal ab oder wird er langsamer, dann endet im Training das Ankersignal. Denn sonst läufst du Gefahr, dass die Verknüpfung bei deinem Hund nicht so stark ausgeprägt wird wie wir das gerne haben wollen. Notiere dir hier auch wieder geistig, dass die Ablenkung wohl etwas groß war und sorge für einen einfacheren Trainingserfolg. 

Der doppelte Rückruf

Wenn du sowohl die Umorientierung als auch das Ankersignal unabhängig voneinander sauber trainiert hast und beide Signale auch bei großer Ablenkung schon toll funktionieren kannst du die Signale zusammen setzen:

Wenn dein Hund gerade etwas weiter von dir entfernt aber noch nicht sehr abgelenkt ist gibst du zuerst dein Umorientierungssignal und gleich danach beginnst du das Ankersignal zu geben - egal ob dein Hund bereits losgerannt ist oder nicht. Natürlich ist das "bei dir ankommen" dann eine tolle Belohnung wert.

Denke daran: Wenn dir der Rückruf wirklich wichtig ist, dann belohne ihn auch immer überraschend und richtig hochwertig. Es ist nicht schlimm, wenn du mal "nur einen Keks" gibst, aber es sollte die Ausnahme bleiben. 

Setze beide Signale zusammen zum Doppelten Rückruf

Fazit

Diese Form des Rückruftrainings ist die erfolgreichste und schönste Trainingsart die wir kennen. Mit diesem Training schaffen wir es auch in kurzer Zeit unserer Dogwalking-Gruppe einen zuverlässigen Rückruf beizubringen. Abrufen von Wild ist damit genauso möglich wie der Abruf bei Hundesichtung - solange du die Bedürfnisse deines Hundes erkennst und in tolle Belohnungsmöglichkeiten verpackst. 

Nimm dir also ein wenig Zeit und überlege gut, welche Belohnungen für deinen Hund die schönsten sind. 

Wir wünschen dir ganz viel Spaß beim Training mit deinem jungen Hund.

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