So lernt dein Junghund Dinge und Futter herzugeben

Warum haben wir uns dieses Thema für unseren ersten Blogartikel ausgesucht? Ganz einfach, weil die Frage wie man seinem Junghund Dinge aus dem Maul nehmen kann nahezu immer gestellt wird.

Bevor wir gefragt werden würde es tatsächlich oft einfach heraus genommen. So lange, bis der Junghund es nicht mehr her gibt. Und da kommen wir ins Spiel.

Wenn du das abgeben von verschiedenen Dingen von Beginn an freundlich trainierst, wirst du gar nicht in die ungünstige Situation kommen, dass dein Hund etwas geschluckt hat und du nicht weißt was es war. Du wirst deinem Hund auch nicht hinterher rennen müssen, wenn er etwas zum Spielen im Maul hat. Statt dessen wird er es dir freudig überreichen.

Warum es keine gute Idee ist mit seinem Hund zu streiten

Bei dem kleinen Welpen klappt es oft noch ganz gut lauter zu werden, zu schimpfen oder etwas einfach aus dem Maul zu nehmen. (von Anfang an keine gute Idee!)

Wird der Hund nun größer ist er nicht mehr so leicht einzuschüchtern und seine Bedürfnisse werden lauter.

Nun ist jeder Hund immer bemühter diese auch durchzusetzen. Und das ist völlig in Ordnung. Spätestens jetzt beginnt dein Hund für ihn wichtige Ressourcen zu sichern und zu verteidigen. An folgenden Punkten kannst du eine Ressourcensicherung erkennen.

  • Dein Hund friert ein, wenn du dich annäherst ​​​​
  • Er rennt mit der Ressource weg von dir
  • Er vergräbt seine Ressource oder versteckt sie anders 
  • exclamation
    Er schluckt Dinge sehr schnell runter, damit sie ihm nicht weg genommen werden können
  • exclamation
    Er beginnt zu knurren, bellen oder schnappen
  • exclamation
    Er ignoriert deine Signale, wenn eine Ressource im Spiel ist

Jetzt noch weiter zu kämpfen und zu streiten macht absolut keinen Sinn. Na klar kannst du dich als „Chef“ durchsetzen. Das Ergebnis wird sein, dass dein Hund dich doof findet. Außerdem wird dein Hund neue Strategien entwickeln seine Ressourcen zu sichern. Eine Endlosspirale aus Streit und Wettrüsten würde beginnen.


Kostenfreier eMail Kurs


Wie du die Aufme​​​​rksamkeit deines Hundes zurück gewinnst

Wir zeigen dir unsere 5 besten Übungen, mit denen dein Junghund sofort aufmerksamer wird.

Die Anmeldung zum eMail Kurs ist kostenfrei, unverbindlich und mit einem Klick jederzeit kündbar.

Warum sind deinem Hund diese Dinge so wichtig?

Einige Dinge findet dein Hund einfach toll: Stöckchen, Tannenzapfen und Blätter. Spielzeug sicher auch.

Andere Dinge fand dein Hund früher vielleicht einfach nur interessant. Wird er jedoch jedesmal unfreundlich weggezogen oder wird geschimpft steigt sein Interesse an dem Objekt und gleichzeitig sein Frust, dass er nicht hin darf. So wird das Ganze zu einer "verbotenen Frucht", die dein Hund nun unbedingt haben will.

Und das obwohl dies vorher vermutlich gar nicht der Fall war. Das passiert oft bei Steinen, Schnecken oder Kothaufen anderer Tiere und Menschen. Deshalb gilt hier immer, erstmal entspannen. Gucken was es ist und den Hund gegebenenfalls mit Futter wegführen. Dann konnte er nichts aufnehmen, ihr habt euch aber auch nicht gestritten und es wurde keine "verbotene Frucht" erzeugt.

Was du auf keinen Fall machen solltest:

Wenn es um Ressourcenverteidigung geht geistern nach wie vor extrem viele Trainingsratschläge durch die Welt. Einige dieser Ratschläge fördern die Verteidigung von Ressourcen. Wenn man sich die Methoden genau anschaut wird auch klar woran das liegt.

Deshalb haben wir hier die drei "gruseligsten" Empfehlungen unter die Lupe genommen und raten dir dringend davon ab:

"Den Futternapf immer wieder weg nehmen und hin stellen wenn der Hund ruhig ist" (nicht empfehlenswert)

Starte doch mal einen Versuch mit deinem Partner, einem Elternteil oder einem guten Freund. Ihr seid am Essen und du greifst ohne Vorwarnung nach dem Teller und ziehst ihn weg. Sehr gern mehrmals hintereinander. Was denkst du wird passieren? Vermutlich wirst du beim ersten Mal noch gefragt ob bei dir alles richtig läuft. Spätestens beim zweiten Mal gibt es Ärger.

Wir finden es immer wieder erstaunlich wie geduldig unsere Hunde doch mit uns sind. Bei ihnen dauert es deutlich länger bis sie Aggressionsverhalten zeigen, aber es kommt in fast allen Fällen. Mit diesem Training bringst du enorm viel Stress ans Futter und dein Hund lernt, dass eine sich annähernde Hand etwas Schlechtes bedeutet. Denn sie nimmt etwas weg.

Es ist nur verständlich, dass Hunde beginnen zu knurren oder schnappen. Abgesehen davon ergibt die Übung wenig Sinn. Wie oft im Leben deines Hundes musst du ihm tatsächlich den Futternapf wegnehmen, den du ihm vorher mit Liebe zubereitet hingestellt hast? Es ist fraglich, ob dein Hund diese Situation auf den Kothaufen auf dem Spaziergang übertragen kann.

Wenn du trotzdem üben möchtest, dass jeder an den Napf heran kann ohne Stress kannst du folgendes machen. Immer wenn du dem Napf näher kommst wirfst du ein weiteres Stück Futter hinein. So wird die Hand am Napf etwas ganz tolles, kündigt sie doch weiteres Futter an. Dann ist es übrigens auch völlig problemlos, solltest du mal etwas aus dem Napf nehmen müssen. Dein Hund wird geduldig abwarten und es dir verzeihen.

"Das Spiel beginnt immer der Mensch, er beendet es auch und Verwalter alle Spielzeuge" (nicht empfehlenswert)

Über dieses Handeln wird eine Ressourcenknappheit erzeugt. Außerdem geht deinem Hund eine ganze Menge Spaß verloren. Selbstverständlich wird er völlig ausflippen, wenn plötzlich ein Spielzeug verfügbar ist. Und hergeben mag er es dann erst recht nicht. Aus Mangel an Spielzeugen wird er sich andere Beschäftigungen suchen und zum Beispiel beginnen Fäden aus dem Teppich zu ziehen, Möbel anzuknabbern und draußen jeden Stock mitnehmen den er finden kann.

Wenn dein Hund dich um ein Spiel bittet kannst du gern darauf einsteigen wenn es passt. Wieso auch nicht? Wieso sollte dein Hund dann deinen Spielaufforderungen nachkommen? 

Wir empfehlen immer mehrere verschiedene Spielzeuge zur Verfügung zu lassen. Bei uns zu Hause stehen im Wohnzimmer Kisten gefüllt mit Spielsachen. Unsere Hunde können sich nach Lust und Laune etwas Passendes rausnehmen und sich damit beschäftigen. Bei sehr jungen Hunden ist es sinnvoll die Spielsachen in der Wohnung zu verteilen, damit sie gleich etwas verfügbar haben sollten sie mal auf dumme Gedanken kommen.

"Man muss dem Hund zeigen wer der Chef ist und ihn notfalls im Nacken packen, schütteln oder runter drücken" (absolut nicht empfehlenswert!)

Naja, wenn du möchtest, dass dein Hund eine ganze Menge Angst vor dir hat oder gebissen werden möchtest dann los. Eine langfristige Kooperationsbereitschaft wirst du so jedenfalls nicht erreichen.

Es ist absolut unnötig derart grob mit deinem Hund umzugehen und du wirst dir dadurch eine ganze Zahl weiterer Baustellen aufbrechen. Denke immer daran, was du nicht willst was man dir tut... Die Zeiten in denen Angst, Schmerz und Schreck an der Tagesordnung im Hundetraining waren sind lange vorbei.

Wie dein Hund lernt, etwas herzugeben

Fragst du dich nun wie genau du denn jetzt mit deinem Hund trainieren kannst? Dann haben wir hier eine Schritt für Schritt Anleitung für dich!

Schritt 1

Am besten beginnst du mit dem Training in einer gestellten Situation. Bereite dich vor, Leckerli in der Tasche, Spielzeug griffbereit. Spiele mit deinem Hund mit einem Spielzeug und überlasse es ihm. Nun kannst du beginnen das wegnehmen zu trainieren.

Während sich dein Hund mit den Spielzeug beschäftigt beginnst du ihm immer wieder direkt über dem Spielzeug ein Leckerli aus deiner flachen Hand anzubieten. Dein Handrücken berührt dabei das Spielzeug, es bleibt jedoch liegen und dein Hund kann nach dem Leckerli weiter damit spielen.

So wird die Hand am Spielzeug erstmal etwas gutes, da sie nicht wegnimmt sondern dazu gibt. Sollte dein Hund das Futter nicht wollen gib ihm bessere Leckerli. Läuft er damit weg mach ihn an eine Leine oder übe in einem Zimmer in der Wohnung.

Schritt 2

Du kannst mit dem nächsten Schritt beginnen, wenn dein Hund sich beginnt zu freuen weilndeine Hand zum Spielzeug kommt. Nun ist in deiner Hand kein Futter mehr.

Deine Hand berührt mit der Handfläche kurz das Spielzeug, du lobst oder gibst dein Markersignal und die Hand geht wieder weg. Jetzt gibt es das Leckerli. Greife noch nicht nach dem Spielzeug, es geht nur ums anfassen.

Schritt 3

Anfassen klappt? Super, dann kannst du jetzt zugreifen. Hebe das Spielzeug dabei noch nicht vom Boden ab. Spielzeug greifen, wenn dein Hund fein wartet lobst du oder Markersignal, dann lässt du das Spielzeug wieder los und gibst deinem Hund das Leckerli.

Schritt 4

Nun kannst du das Spielzeug vom Boden anheben. Greife zu, hebe es ca. 30 cm vom Boden an, loben oder Markersignal, wieder hinlegen und das Leckerli geben.

Schritt 5

Bis hierhin hast du schon super vorgearbeitet und dein Hund sollte keinen Stress mehr am Spielzeug haben. Nun überlegst du dir ein Wort mit dem du das wegräumen des Spielzeuges ankündigen möchtest.

Bei uns heißt die Übung „Ich pack‘s weg“. Nun sagst du „Ich pack‘s weg“, packst das Spielzeug ein, lobst oder gibst dein Markersignal und dein Hund bekommt nochmals Leckerli.

Du kannst hier gern eine kleine Leckerlisuche auf den Boden streuen, so bringst du deinen Hund sofort auf neue Gedanken.

Wenn du diese Übung so kleinschrittig aufbaust reicht am Ende das „Ich pack’s weg“ Signal und du wirst deinem Hund alle Dinge wegnehmen können ohne zu streiten. Achte dafür unbedingt darauf, dass dein Hund bei jedem Schritt entspannt ist.

Beginnt er nervös zu werden bleibst du beim aktuellen Schritt oder gehst einen Schritt zurück. Plane dir daher zu Beginn etwas mehr Zeit ein und habe immer wirklich gute Leckerli dabei auch wenn du raus gehst.

Brauchst du mal etwas richtig schnell zurück biete deinem Hund einen lohnenswerten Tausch an, bis du dein Signal fertig trainiert hast.

Wir wünschen dir viel Freude beim Trainieren und freuen uns von deinen Ergebnissen zu hören.

 

Click Here to Leave a Comment Below

Leave a Reply:

YouTube aktivieren?

Auf dieser Seite gibt es mind. ein YouTube Video. Cookies für diese Website wurden abgelehnt. Dadurch können keine YouTube Videos mehr angezeigt werden, weil YouTube ohne Cookies und Tracking Mechanismen nicht funktioniert. Willst du YouTube dennoch freischalten?